DPA und Reuters berichten nicht mit eigenem Reporter aus Rotterdam während Polizei scharf schießt auf Randalierer

Es ist nicht leicht von Berlin aus Mitten in der Nacht an Informationen aus Rotterdam aus erster Hand zu kommen. Die DPA berichtet aus Paris über Rotterdam und Reuters aus Amsterdam und Den Haag. Die AFP hingegen hat einen Reporter vor Ort.

Recherche-Protokoll um an das Video der Pressekonferenz in Rotterdam zu gelangen

Bei der Axel-Springer-24-Stunden-Hotline (steht so in der B.Z.) ist gerade keine Sprechzeit. Niemand geht ans Telefon.

Dann rufe ich die dpa an. In Hamburg: ewiges Freizeichen. In Berlin: Das gleiche. Die Durchwahlen, die ich habe: Dito. Ich erinnere mich, daß für das Absenden einer ots-Meldung eine eigene Nummer existiert, die auch außerhalb der normalen Bürozeiten erreichbar ist. Lustigerweise habe ich die Wahl zwischen einer 0800- und einer Handynummer. Allerdings sind leider auch die „verlängerten“ Bürozeiten schon vorbei. Mist! Nach einiger Suche finde ich die Support-Nummer für dpa:id. Freizeichen, und: Ein Mensch in der Leitung! Der junge Techniker am anderen Ende der Leitung klingt, als hätte ich ihn gerade aufgeweckt. Ich schildere ihm mein Anliegen und frage ihn nach der Nummer vom CvD. Die erste Nummer, die er mir nach 2-minütigem Suchen nennt, ist die der Berliner Zentrale. „Da geht leider keiner ran!“, sage ich. „Ich schau nochmal wo anders, Moment bitte.“ Nach weiteren zwei Minuten bekomme ich eine Durchwahl. „Das ist auch nicht ganz die richtige Nummer, aber der Kollege kann Ihnen bestimmt helfen.“ Ich bedanke mich und freue mich, nun einen Ansprechpartner zu haben. 

„dpa-Nachtrecherche, guten Tag?“

Erneut schildere ich mein Anliegen. So ganz richtig sei ich bei ihm auch nicht, er müsse mal schauen. Ein Video der PK habe er jetzt nicht gesehen, er überlegt, wer zuständig ist. Ein Kollege von TNN (TeleNewsNetwork, vor kurzem von der dpa aufgekauft, d. Red.) sei auf der PK gewesen, ob er auf meine Handynummer zurückrufen könne. Man würde sich melden.

Etwa eine halbe Stunde später dann der Rückruf: Man habe jetzt bei den Kollegen keinen erreicht, aber man werde ihnen meinen Rückrufwunsch übermitteln.

Zwischenzeitlich probiere ich es beim CvD der Berliner Morgenpost: Wieder ewiges Freizeichen. CvD der NOSZ (Neue Osnabrücker Zeitung, d. Red.)? Freizeichen, der Anruf wird umgeleitet, und… Mailbox! Professionell wird mir angesagt: „Dies ist die Mailbox von 0 1 5…“ Hm. Auch nichts.

Welche Agenturen gibt es denn noch so, überlege ich. Reuters! Auf der Website findet sich keine Telefonnummer. Wozu denn auch? Dass jemand mal schnell ein aktuelles Video kaufen möchte, kommt wohl zu selten vor… In den Gelben Seiten finde ich die Nummer des Berliner Büros. Bandansage mit den Bürozeiten. Mist!

AFP gibt’s doch noch! Noch überlegend, in welcher Sprache ich wohl mit dem Kollegen sprechen soll, suche ich – auch aus den Gelben Seiten – die Telefonnummer des Berliner AFP-Büros heraus. Freizeichen… Keiner hebt ab. Oh, da ist ein weiterer Eintrag. AFP, Berlin, andere Straße, Münchner Nummer. Los geht’s. Eine nette Stimme informiert mich über die Bürozeiten – und nennt eine Handynummer! Schnell dort anrufen. Langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen, denn der Kollege klingt ebenfalls nach „vom Bereitschaftshandy aus dem Bett geklingelt“… Er gibt mir die Nummer des Bereitschaftsdienstes. „110 am Ende, oder 112.“ „Wenigstens Humor ham se, die Franzosen!“, denke ich.

Aber auch der Anruf bei AFP bringt leider kein Licht ins Dunkel bzw. keinen PK-Mitschnitt in mein Postfach. Man würde versuchen, jemanden zu erreichen und ggf. melde sich jemand. Und ja, die niederländischen Polizeipressestellen hätten ein paar spezielle Verfahrensweisen…

4:00. Ich steige in die S-Bahn, denke nach. Ich suche nach der Übersetzung des Wortes „Pressekonferenz“ auf Niederländisch. „Persconferentie“, cool. Gebe den Begriff bei Twitter ein, aktuellste Tweets, scrolle, finde das Video.

Author: Paul Rost
Verkehrspolitischer Korrespondent, Kontakt: paul@AnniUndMartin.de

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