Erweiterter Suizid aus Angst vor Konsequenzen wegen gefälschtem Impfzertifikat?

Ein erweiterter Suizid erschüttert Deutschland: In einem Haus in Senzig, einem Ortsteil von Königs Wusterhausen bei Berlin, fand die Polizei am Samstag die Leichen der fünfköpfigen Familie R.: Vater, Mutter und die drei Töchter.

Die Mädchen wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in ihren Betten in ihren Kinderzimmern erschossen, die Eltern im Wohnzimmer.

Die Ermittler vermuten den Familienvater als Täter. Woher er die Waffe hatte, ist nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft in Cottbus vermutet, daß der Vater Devid R. (40) zunächst seine Ehefrau Linda (40) und die drei Kinder Leni (10), Janni (8) und Rubi (4) erschossen und anschließend sich selber erschossen habe.

Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon, Sprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus, sagt, daß es einen Abschiedsbrief des Familienvaters gebe. R.s Brief deute darauf hin, daß er in Sorge gewesen sei vor einer Verhaftung wegen eines gefälschten Impfzertifikats, das er seiner Ehefrau beschafft habe.

Von dem gefälschten Nachweis habe die Arbeitgeberin seiner Frau, die Technische Hochschule Wildau, erfahren.

Der 40-jährige R. habe befürchtet, daß man ihm und seiner Frau deshalb die Kinder wegnehme.

R. sei nach Kenntnissen von Oberstaatsanwalt Bantleon weder polizeilich bekannt gewesen noch vorbestraft. «Die Vorstellungen des Mannes waren völlig verquer. Eine Haftstrafe bei einem Ersttäter, das ist völlig undenkbar. Ebenso die Wegnahme der Kinder. In dem Brief komme zum Ausdruck, daß der Mann vermutlich eher psychische Probleme gehabt haben müsse, da seine Vorstellungen mit den Tatsachen nichts mehr zu tun hätten» , sagt Oberstaatsanwalt Bantleon.

Die Direktorin der Klinik und Hochschulambulanz für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité in Berlin, Isabella Heuser, sagte laut einem Bericht der Zeitung «Der Tagesspiegel» von heute (Seite 10) allgemein zu solchen Taten: «In der Regel liege bei solchen Ereignissen beim Täter eine schwere psychische Störung vor – wie wahnhafte Depression, eine Wahnerkrankung, aber auch eine schwere narzisstische beziehungsweise paranoide Persönlichkeitsstörung. Abschiedsbriefe würden aus verschiedenen Motiven geschrieben: als Rechtfertigung, um einer beschämenden Anklage oder Verurteilung zu entgehen, oder um zu erklären, warum man samt Familie in dieser Welt nicht weiterleben könne. Forensische Psychiater untersuchten in solchen Fällen dann das angegebene Motiv.»

Die Dipl. Betriebswirtin (FH) Linda R. war an der Technischen Hochschule (TH) Wildau tätig. Sie betreute die Geschäftsstelle der Gesellschaft der Freunde & Förderer der TH Wildau e.V.

Stephan Breiding, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, sagt zu dem Fall Linda R. an der TH Wildau:

«Nach dem aktuellen Infektionsschutzgesetz des Bundes gilt seit dem 24. November 2021 eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Die Einhaltung dieser Regelung müssen die Arbeitgeber sicherstellen. Das hat die TH Wildau in diesem Fall getan. Aus dem vorgelegten Impfzertifikat ergaben sich Nachfragen, zu denen die Mitarbeiterin schriftlich um Stellungnahme gebeten wurde. Die TH Wildau hat nach Einschätzung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg alles richtig gemacht.

Mögliche strafrechtliche Konsequenzen bei der Fälschung von Impfzertifikaten oder der Verbreitung, der Ausstellung oder der Nutzung gefälschter Impfzertifikate sind im kürzlich angepassten Strafgesetzbuch festgelegt. Arbeitsrechtliche Konsequenzen sind gegebenenfalls im Einzelfall zu prüfen.»

Oberstaatsanwalt Bantleon äußert sich nicht zur Rolle von Telegram, einem Nachrichtendienst, den Devid R. nutzte, um seine Sicht auf die Covid-19-Schutzimpfung zu verbreiten.

«Ich bin bereit, mich mit allem, was ich aufzubieten habe, zu wehren und bin brennender Unterstützer derjenigen, die gerade für Frieden, Freiheit und Grundrechte ganz vorne kämpfen», schrieb der 40-jährige R. in einem Impfgegnerforum auf Telegram. Er sei «stark für meine Familie, komme, was da wolle».

R. schrieb, die Menschen müssten sich wehren gegen «Unrecht und Tyrannei».

Der Kriminalpsychologe Dr. Steffen Dauer, Fachpsychologe für Rechtspsychologie am Institut für Rechtspsychologie und Forensische Psychiatrie in Halle (Saale) sagt zu dem Fall, daß Menschen wie R. für rationale Argumente nicht mehr erreichbar seien und daß sich durch ihre kruden Vorstellungen und die Informationen aus dem Internet abschotten würden. Durch Botschaften, die sie aus der Impfgegner-Szene erhalten, werden empfängliche Menschen so radikalisiert, «daß sie keinen Ausweg mehr finden und zutiefst davon überzeugt sind, das Richtige zu tun. Solche Menschen unterscheiden nicht mehr zwischen sich und den nahen Angehörigen. Sie erleben die vermeintliche Bedrohung durch staatliche Maßnahmen für alle.» 

R. war wie Andreas H. Mitglied der Telegram-Gruppe «Freiheitsboten Königs Wusterhausen». Andreas H. bestätigt in einem Telefonat: «Am 25. November trat Devid R. unserer Telegram-Gruppe bei.» H. sagt, er habe R. persönlich nicht gekannt, nur über Telegram.

Andreas Kalbitz, früherer AfD-Landeschef in Brandenburg und Dennis Hohloch, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, sind ebenfalls Mitglieder der Telegram-Gruppe «Freiheitsboten Königs Wusterhausen».

Kalbitz war auch unter den Impfgegnern, die zehn Tage nach dem Familienmord in Königs-Wusterhausen demonstrierten. Kalbitz sagte der B.Z. vom 14. Dezember 2021 (Seite 6): «Der Vater muss sich in irgendeiner Art und Weise verlaufen haben. Man muss aber klar fragen: Warum? Dass er Frau und drei Kinder mit in den Tod reißt, ist aber durch nichts zu entschuldigen.»

Nach Recherchen von «ZEIT ONLINE» wurde R. am 30. Juni 2016 als Förderer der AfD registriert, wie ein Sprecher des Brandenburger Landesverbandes bestätigt. Sieben Monate später, am 30. Januar 2017, erklärte R. mit einem Schreiben seinen Status als Förderer für beendet. «Seitdem hatten wir mit Herrn R. nichts mehr zu tun», schreibt der AfD-Sprecher.

Ein Mitglied der Telegram-Gruppe schrieb über R.: «Er war ein gewonnener Freund ebenso wie seine Frau. Somit haben wir auch ein Parteimitglied aus ‹dieBasis› verloren.» Die Partei bestätigte, daß R. ihr Mitglied gewesen sei. Zunächst hatte sie eine Mitgliedschaft verneint. Dabei habe es sich um einen Irrtum gehandelt, hieß es.

Josef Holnburger von der Beobachtungsstelle Center für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas) warnt heute laut einem Bericht vom «RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)» davor, «zu diesem Zeitpunkt zu viel Interpretation der Tat zu wagen».

Devid R.s bekannte Telegram-Nachrichten zeigten jedoch, daß ihm dort «verbreitete Lügen über Impfungen Angst gemacht» hätten. «So etwas kann natürlich stark radikalisierend wirken. Aber wir kennen nur einen kleinen Ausschnitt. Deshalb bleibt die weitere Aufklärung in diesem Fall abzuwarten.»

H. von der Telegram-Gruppe «Freiheitsboten Königs Wusterhausen» stellte gestern eine Strafanzeige wegen «Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gegen die Bundesregierung Deutschland und gegen die Brandenburgische Landesregierung» bei der Polizei Brandenburg zum Az. v102937901.

In der Strafanzeige beschuldigt H. die Mitglieder der Kabinette der Bundesregierung und der Brandenburgischen Landesregierung der Tötungdelikte in dem «Einfamilienhaus in 15712 Königs Wusterhausen, Ortsteil Senzig, Birkenallee».

«Strafanzeige wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, gemeinschaftlichen Totschlages in 5 Fällen und Nötigung zum erweiterten Suizid in 5 Fällen, gegen alle Mitglieder der Deutschen Bundesregierung und gegen alle Mitglieder der Brandenburgische Landesregierung aufgrund repressiver, Menschen- und Menschenleben-verachtender, todbringender, faschistoider, sogenannter Pandemieeindämmungsmaßnahmen. Die todbringenden Zwangsmaßnahmen waren und sind im Einzelnen: – Berufsverbot, da das Lehrerehepaar die Impfung ablehnte – Seit 2 Monaten keine Einkommenszahlungen durch den Arbeitgeber (TH Wildau) – Nötigung zur Quarantäne der kompletten Familie aufgrund ‹positiver Testergebnisse› eines einzelnen Familienmitgliedes – Unmenschliche, schikanöse 3G- Regeln nach der sich gesunde Menschen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt im 24 Stundentakt an sogenannten ‹Testzentren› anstellen müssen, um ein wertfreies ‹Testergebnis› zur Vorlage beim Arbeitgeber zu erhalten. Die verantwortlichen Mitglieder der Deutschen Bundesregierung sind: – Angela Merkel (Bundeskanzlerin) – Olaf Scholz (Bundesminister der Finanzen) – Horst Seehofer (Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat) – Heiko Maas (Bundesminister des Auswärtigen) – Peter Altmaier (Bundesminister für Wirtschaft und Energie) – Christine Lambrecht (Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) – Hubertus Heil (Bundesminister für Arbeit und Soziales) – Annegret Kramp-Karrenbauer (Bundesministerin der Verteidigung) – Julia Klöckner (Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft) – Jens Spahn (Bundesminister für Gesundheit) – Andreas Scheuer (Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur) – Svenja Schulze (Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit) – Anja Karliczek (Bundesministerin für Bildung und Forschung) – Gerd Müller (Bundesentwicklungsminister) – Helge Braun (Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben). Die verantwortlichen Mitglieder der Brandenburgischen Landesregierung sind: – Dietmar Woidke (Ministerpräsident) – Michael Stübgen (Ministerium des Innern und für Kommunales und erster stellvertretender Ministerpräsident) – Ursula Nonnemacher (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz) – Susanne Hoffmann (Ministerium der Justiz) – Katrin Lange (Ministerium der Finanzen und für Europa) – Guido Beermann (Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung) – Manja Schüle (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur) – Britta Ernst (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport) – Axel Vogel (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz) – Jörg Steinbach (Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie) – Kathrin Schneider (Staatskanzlei)»

Von Andreas H. bei der Polizei Brandenburg gestellte Strafanzeige zum Az. v102937901

Die Anzeige von H. widerspricht der Wirklichkeit, in der es kein Berufsverbot gibt für ein Lehrerehepaar, das die Impfung ablehnt. Die Strafanzeige dürfte keinerlei Aussicht auf Erfolg haben, da sie von falschen Voraussetzungen ausgeht. Der Mord an vier Familienmitgliedern lässt sich durch eine Abwälzung der Schuld auf die Bundes- oder Landesregierung nicht entschuldigen.

Quellen für diesen Bericht:

– Telefonate mit Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon, stellvertretender Behördenleiter und Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Cottbus

– Telefonat mit Stephan Breiding, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

– Telefonat mit einer Mitarbeiterin der Technischen Hochschule Wildau, die namentlich nicht genannt werden möchte

– Telefonat mit Andreas H., Mitglied der Telegram-Gruppe «Freiheitsboten Königs Wusterhausen»

– Von Andreas H. bei der Polizei Brandenburg gestellte Strafanzeige zum Az. v102937901

– Auswertung von Nachrichten in diversen Telegram-Gruppen

– Bericht mit dem Titel «Mutmaßlicher Mörder von Senzig war in Impfgegner-Telegram-Gruppen aktiv». In: «RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)»

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