Lidl-Bike wird wieder zu Call a Bike – das ist der Grund

Die Kooperation zwischen Call a Bike der Deutschen Bahn und Lidl wird aufgehoben.

Call a Bike – der Name ist bis heute Programm, denn eine Buchung ist auch im Internetzeitalter noch telefonisch möglich. Das telefongestützte System der Fahrradvermietung wurde 1998 vom Informatiker und Unternehmer Christian Hogl entwickelt und im Jahr 2000 in München erstmals auf den Markt gebracht.

So hat die Firma Call a Bike einmal angefangen. Mittlerweile ist es – nach der Übernahme durch die Deutsche Bahn – an 41 ICE-Bahnhöfen und in einigen weiteren Städten mit in der ganzen Stadt verteilten Stationen möglich, sich ein Fahrrad von Call a Bike auszuleihen.

Durch eine Kooperation mit Lidl waren die Ausleihräder als Lidl-Bike in Berlin verfügbar. Doch nun die Überraschung:

Wie die Deutsche-Bahn-Tochter DB Connect GmbH mit Sitz in Frankfurt sehr kurzfristig am 31. März 2020 mitteilt, beendet die Deutsche Bahn nach 3 Jahren die Kooperation mit der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG mit Sitz in Neckarsulm, die im März 2017 eingegangen wurde.

“Nach drei Jahren erfolgreicher Kooperation mit LIDL-Bike fährt die Hauptstadt ab dem 2. April 2020 wieder mit Call a Bike.”

DB Connect GmbH

Als Namensgeber prägte Lidl nicht nur die Farbgestaltung der etwa 3.500 Call a Bike-Räder in Berlin, sondern stellte zum Beispiel auch eigene Call-a-Bike-Bereiche auf einigen seiner Supermarkt-Parkplätze bereit.

Welche Konsequenzen hat die Beendigung der Zusammenarbeit mit LIDL für die Kunden?

Die Lidl-Bike-App wird im Laufe der kommenden Wochen abgeschaltet werden.

Ab dem 2. April wechseln alle Fahrräder in Berlin nach und nach von grüner auf rote Beklebung.

Der Tarif bleibt bis auf eine Änderung gleich.

Die von Call a Bike als “50-Cent-Bonussystem” bezeichnete Strafgebühr bei einer Rückgabe außerhalb einer “virtuellen Station” entfällt wieder. Bei jeder Entleihe eines LIDL Bikes fiel nämlich eine sogenannte “Buchungsgebühr” in Höhe von 0,50 Euro pro Rad an, die bei Abstellen des Rades in einer der 350 Rückgabezonen wieder gutgeschrieben wurde.

Kunden können die Räder nun wieder an einer Straßenecke innerhalb des Gebietes abstellen, zahlen dafür aber nicht mehr 50 Cent extra. Zahlte man vorher im Basis-Tarif 1,50 Euro pro halbe Stunde bei Rückgabe außerhalb einer “virtuellen Station”, so zahlt man ab sofort nur noch 1 Euro

Neuer Tarif eingeführt

Zusätzlich führt Call a Bike bundesweit einen neuen Tarif ein: Den Light-Tarif. Er soll sich laut DB besonders für Nutzer lohnen, die keinen Jahresvertrag abschließen möchten und die vor allem kurze Strecken fahren. Der Preis für eine Ausleihe eines Call a Bikes im Light-Tarif kostet 10 Cent pro Minute. 

Praktisch: Sollte aus dem Kurz-Trip dann doch ein Tages-Trip per Fahrrad werden, ist der Preis für einen Tag auf 9 Euro für 24 Stunden gedeckelt. So entsteht keine teure Kostenfalle. Nachteil: Pro Account kann nur ein Fahrrad entliehen werden.

Der Minutenpreis des Light-Tarifs dürfte Call a Bike-Nutzern aus Stuttgart und Umgebung bekannt vorkommen: Bei der Ausleihe eines elektrischen Pedelec-Bikes berechnet die DB nämlich seither 12 Cent pro Minute. Hier ist der Preis auch gedeckelt: Auf maximal 4 Euro pro Stunde und maximal 22,50 Euro pro einen Tag beziehungsweise 24 Stunden. 

Weshalb man seinen treuen Kunden einen teureren Preis für den Tagestarif berechnet als den Light-Tarif-Kunden, ist fraglich. Wenn man nicht den ermäßigten Komfort-Tarif gebucht hat, den nur BahnCard-Inhaber, Studenten und Senioren erhalten, zahlt man je nach Tarif 12 oder sogar 15 Euro für eine 24-Stunden-Ausleihe.

Die weiteren regionalen Marken von Call a Bike namens FordPass Bike Frankfurt, RegioRad Stuttgart und StadtRad Hamburg bleiben von der Änderung in Berlin unberührt.

Author: Paul Rost
Verkehrspolitischer Korrespondent, Kontakt: paul@AnniUndMartin.de

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