Merkel und Laschet im Flutgebiet

Bereits am vergangenen Freitag besuchte Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Verbandsgemeinde Altenahr in Rheinland-Pfalz. Nach einem Rundgang sicherte die Kanzlerin den Betroffenen der Flutkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli ihre vollste Unterstützung zu. 

Am heutigen Sonntag besuchte Merkel zusammen mit dem Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, die Flutgebiete in Nordrhein-Westfalen.

In Schalcksmühle im Sauerland wurde die Kanzlerin mit Applaus empfangen. Laschet und Merkel  nahmen sich für die Kollegen zweier umgekommener Feuerwehrleute ganze 50 Minuten für ein Gespräch Zeit. Auf einer anschließenden Pressekonferenz in Hagen bestärkte Merkel den von der Partei vorgesehenen Nachfolger: «Armin Laschet führt dieses größte Bundesland der Bundesrepublik Deutschland sehr erfolgreich»

Merkel stärkte Laschet im Wahlkampf weiterhin deutlich den Rücken: «Und wer so ein Land führen kann, kann auch die Bundesrepublik Deutschland als Kanzler führen.»

Dennoch ist den beiden Spitzenpolitikern der Ernst der Lage bewusst: «Wir haben ja viele Dinge gleichzeitig zu machen: Es gibt Corona, es gibt das Hochwasser und dann gibt es auch noch eine Bundestagswahl. Aber ich denke, dass wir das gemeinsam gut angehen werden. Und Armin Laschet weiß um meine Unterstützung.» So äußerte sich die Bundeskanzlerin auf der Pressekonferenz. 

Allerdings gab es nicht nur Beifall auf der Reise durch die Flutgebiete. Auf verschiedenen Stationen auf Merkels Rundgang demonstrierten empörte Bürger ihr Unbehagen. «Merkels Diktatur» war auf einem der mitgebrachten Transparente zu lesen.

Neben Corona, dem Hochwasser und dem sicherlich unerhört maßlosen Stress, den eine Bundestagswahl mit sich bringen mag, sollte die gesellschaftliche Spaltung, die auf einem neuen Höchstpunkt zusteuert, unter keinen Umständen außer Acht gelassen werden. 

Vielleicht können wir uns alle eine Scheibe an den Bewohnern und Helfern in den Flutgebieten abschneiden. Diese kämpften mit Verzweiflung, Trauer und existenziellen Sorgen. Und in all dem Schmerz entstand eine neue Gemeinschaft, ein neues Miteinander, eine wahrhaft gelebte Solidarität, die durch Mitgefühl und Bedingungslosigkeit geprägt ist. 

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