Rezension: «Freiheit in Gefahr» von Hans-Jürgen Papier

Den hohen Erwartungen, die man an das Buch eines Staatsrechtswissenschaftlers hegt, der als Präsident des Bundesverfassungsgerichts die Rechtsprechung der Bundesrepublik Deutschland führend prägte, werden leider bitter enttäuscht.

«Freiheit in Gefahr» heißt das neue Buch von Hans-Jürgen Papier. Es trägt den Untertitel «Warum unsere Freiheitsrechte bedroht sind und wie wir sie schützen können. Ein Plädoyer von Deutschlands höchstem Richter a.D.»

Papier sieht in der Pandemie die Freiheiten des liberalen Rechtsstaats in Gefahr. Er steht mit dieser Einschätzung bei weitem nicht alleine da unter den Verfassungsjuristen.

Auch Heribert Prantl vertritt diesen Standpunkt bei seinen Auftritten im Presseclub.

Natürlich ist vieles richtig von dem, was Papier schreibt. Und besonders interessant sind auch seine Rückblicke in die Geschichte des Rechts.

Aber für einen Juristen von diesem Format sind seine Ausführungen häufig zu weitschweifig und unpräzise, seine Gedanken oftmals nicht klar genug strukturiert.

Im Grunde ist die Lektüre des Buches verzichtbar, vor allem wenn man sich auf der hervorragenden Internetseite www.verfassungsblog.de regelmäßig über die Entwicklungen des öffentlichen Rechts auf dem Laufenden hält.

Wer das Buch dennoch lesen möchte, erhält das Hardcover für 22 Euro im Buchhandel.

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