Was haben die denn da verzapft?

Am 4. Februar 2009 berichtete die Berliner Zeitung über den Suizid von Kurt Demmler. Demmler sei vor dem Berliner Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt.

Am 3. Februar 2009 um 6.20 Uhr habe sich Demmler mit einem Gürtel am Fensterkreuz das Leben genommen. Das Verfahren wurde eingestellt. «In dem Prozess vor dem Landgericht, der im Januar begann, ging es um den sexuellen Missbrauch von sechs Mädchen im Alter von zehn und vierzehn Jahren. Die Staatsanwaltschaft warf Demmler vor, in der Zeit von August 1995 bis November 1999 die Kinder in insgesamt 212 Fällen sexuell missbraucht zu haben. Die Übergriffe sollen meist in seiner Wohnung im Prenzlauer Berg, aber auch in seiner Villa in Storkow stattgefunden haben, wo die Mädchen unter dem Vorwand, eine Mädchenband gründen zu wollen, hinbestellt hatte. In der Anklage steht, die Mädchen mussten sich auf ihn setzen, sich auf ihm Rhythmus hin und her bewegen, bis er zum Samenerguss kam.»

Hierbei handelte es sich aber um einen zweiten Prozess. Demmler erhielt bereits 2002 einen Strafbefehl in Höhe von 1.800 Euro wegen sexuellen Missbrauchs. 

Heute kann ich über ein solches Strafmaß nur staunen. Wenn ein Ungeimpfter ohne negativen Corona-Test in Berlin mit FFP2-Maske und Fahrschein in einem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs ist, wird ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro fällig. 

Die Zeiten haben sich eben verändert. 

Heute wurde Frau Dr. Merkel aka Mutti bei dem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Nach 16 Jahren Amtszeit hat sich einiges verändert. Wir blicken auf eine Gesellschaft, die so gespalten ist wie nie zuvor. Angst hat die Herzen der Bürger in die Fesseln genommen. Die einen fürchten das Virus, die anderen fürchten die Repressionen des Staates. 

Wir leben in einer Zeit, in der wir solidarisch leben wollen und um jeden Preis weder durch Wort noch Geste diskriminieren wollen. 

Dass der Stabskorps der Bundeswehr auf Muttis Wunsch hin «Du hast den Farbfilm vergessen» von Punksängerin Nina Hagen spielen sollte, verwunderte nicht nur die Bläser. 

«Du hast den Farbfilm vergessen» wurde von Kurt Demmler getextet, der wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen in 212 Fällen angeklagt war. 

«Das Lied war ein Highlight meiner Jugend, die ja bekanntermaßen in der DDR stattgefunden hat, und das Lied kam auch aus der DDR, und zufälligerweise spielt es auch noch in der Region, die mein früherer Wahlkreis war – insofern passt alles zusammen.» So erklärte Mutti ihre Wahl. 

Für mich persönlich passt da nichts zusammen. Ich finde es sehr bedenklich, dass unter all den Liedern, die aus dem Land der Dichter und Denker stammen, ausgerechnet eines gewählt wird, welches von einem möglichen Pädophilen geschrieben wurde, der wegen 212-fachen Missbrauchs Minderjähriger angeklagt wurde. Das hat wenig mit Solidarität gegenüber Opfern sexuellen Missbrauchs, insbesondere bei Kindern, zu tun. Damit wurde bei diesem Großen Zapfenstreich jede Menge Geschmacklosigkeit verzapft. 

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